Zoonosen: wenn Krankheiten von Hund und Katze auf den Menschen übertragen werden

Masterarbeit von Robin Maksay, unter der Betreuung von Dr. med. vet. Cristina Pérez Vera - PhD, Dipl. ACVIM (SAIM)/ECVIM-CA

In der Schweiz zählt man ungefähr 1.7 Millionen Katzen und mehr als 500 000 Hunde. Diese Heimtiere leben in engen Kontakt mit den Menschen und nehmen im Allgemeinen einen grossen Platz in seiner Umwelt ein. Diese Nähe begünstigt die Übertragung infektiöser Krankheiten vom Tier auf den Menschen und umgekehrt. Diese Krankheiten werden «Zoonosen» genannt. Die meisten dieser Erkrankungen sind gutartig und verursachen keine schwerwiegenden Beschwerden. Hingegen können andere Zoonosen verschiedene Probleme verursachen und sogar lebensbedrohlich für den Menschen sein. Diese Website beschreibt die häufigsten Zoonosen in der Schweiz sowie Alltagsmassnahmen, um sich effizient dagegen zu schützen.

Die Tollwut, die ebenfalls eine durch direkten Kontakt übertragbare Zoonose, wurde nicht in Betracht gezogen, da sie in der Schweiz in Hunden und Füchsen nicht mehr seit 1999 anwesend ist. Die durch einen Vektor übertragene Zoonosen, wie die Lyme-Borreliose (Ansteckung durch einen Zeckenbiss), sind nicht auf dieser Website erhalten.

Campylobacter und Salmonellen gelten als die Hauptursachen von bakteriellen Magen-Darm-Entzündungen beim Mensch. Man findet sie weltweit. Sie sind bekannt und gefürchtet in der Lebensmittelbranche, selten aber bedenkt man ihre Übertragung zwischen Haustieren und dem Menschen. Schätzungsweise spricht man von 8-9000 Fällen jährlich in der Schweiz, dabei sind alle Übertragungsarten eingeschlossen.

Verschiedene Tierklassen – Säugetiere, Reptilien, Vögel – können betroffen sein; Hunde und Katzen stellen keine Ausnahme dar, auch wenn sie selten Symptome zeigen. Welpen sind häufiger von der Krankheit betroffen als adulte Tiere und stellen für den Menschen eine wichtige Ansteckungsquelle dar. Der Hund frisst regelmässig Kot, welcher infiziert sein kann. Durch seinen engen Kontakt mit dem Menschen ist er eine verhältnismässig wichtige Ansteckungsquelle. Ein symptomloses Tier kann auch Träger von diesen Bakterien sein.

Beim Tier sind Durchfall und Erbrechen Zeichen der Krankheit, Salmonellen können ausserdem zusätzlich Aborte verursachen. Die Heilung erfolgt im Allgemeinen spontan nach einigen Tagen und erfordert keine besondere Behandlung. Antibiose wird verabreicht, wenn der Zustand sich nicht verbessert oder wenn man das Risiko für die Personen in Kontakt mit dem Tier reduzieren möchte. Diese Bakterien kolonisieren das Verdauungssystem und verlassen das Tier mit dessen Kot. Sie können dadurch die Umgebung sowie das Fell des Tieres kontaminieren.

Der Mensch infiziert sich durch zufällige Einnahme dieser Bakterien, nachdem er zum Beispiel ein Tier gestreichelt hat. Nach einer Inkubationszeit von einigen Stunden bis einigen Tagen kann der Patient an Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen leiden. Die Menge von dadurch verlorener Flüssigkeit kann beachtlich sein; es ist also ratsam, viel Wasser aufzunehmen. Eine antibiotische Behandlung kann sich als nötig erweisen, wenn die Person sehr jung oder alt ist, oder wenn sie ein geschwächtes Immunsystem besitzt.


©VONSCHUBERTPHOTO; Institut für Veterinärbakteriologie, Vetsuisse Fakultät, Universität Bern.
Identifizierung von Salmonellen im Labor.


©VONSCHUBERTPHOTO; Institut für Veterinärbakteriologie, Vetsuisse Fakultät, Universität Bern.
Salmonellen-verdächtige Bakterienkulturen.

Gewisse Vorsichtmassnahmen ermöglichen es, das Risiko einer Bakterienübertragung auf den Menschen effizient zu reduzieren:

  • Händewaschen: das Händewaschen nach Kontakt mit einem Haustier reduziert effizient die Risiken einer eventuellen Ansteckung.
  • Tierbetthygiene: da sich die Bakterien in der unmittelbaren Umgebung des Tieres befinden, stellt das Waschen seiner Sachen (Kissen, Decken, usw.) eine Verkleinerung der Infektionswahrscheinlichkeit dar.
  • Braten: sich versichern, dass das an das Tier verfütterte Fleisch genügend gebraten ist.

Bibliographie

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Lutz, H., Kohn, B., & Forterre, F. (2014). Krankheiten der Katze (5. Auflage). Enke.

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Brucella (canis, abortus, melitensis, suis) ist ein Bakterium, welches imstande ist, sowohl Tiere (inklusive Hunde), als auch den Menschen zu infizieren. Man findet es hauptsächlich im Mittelmeerraum, in Zentral- und Südasien, sowie in Zentral- und Südamerika. Die Krankheit ist in der Schweiz nicht endemisch. Die fünf bis zehn jährlich gemeldeten Brucellose-Fälle beim Menschen sind auf importierte Tiere zurückzuführen.

Die Brucellose verursacht beim Hund Fruchtbarkeitsstörungen. Es kommt wiederholt zu Aborten oder Unfruchtbarkeit. Ausserdem kann die Nierenfunktion gestört sein und es können Probleme an den Augen oder Störungen am knöchernen Bewegungsapparat auftreten. Viele Hunde sind Träger von Brucellen, dennoch bleibt die Sterberate gering.


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Die Brucellose verursacht beim Hund Fruchtbarkeitsstörungen. Es kommt wiederholt zu Aborten oder Unfruchtbarkeit

Brucella ist ein intrazelluläres Bakterium, was die Behandlung erschwert. Um einen Behandlungserfolg erzielen zu können, müssen verschiedene Antibiotika kombiniert werden und selbst dann ist die Genesung nicht garantiert. Die sicherste Lösung zur Verhinderung der Übertragung auf den Menschen oder andere Hunde bleibt leider die Euthanasie des Trägertieres.

Die Übertragung auf den Menschen geschieht selten und erfolgt durch den direkten Kontakt mit dem Tier, insbesondere mit der Vaginalflüssigkeit. Die Risikopersonen sind Angestellte in Tierheimen und Züchter. Die humane Brucellose ist eine langwierige und schwer diagnostizierbare Krankheit, da die Symptome unspezifisch sind. Die Hauptsymptome sind ähnlich einer Grippe. Lediglich 10% der infizierten Personen entwickeln tatsächlich Symptome und 95% davon heilen spontan ab. Wird die Krankheit rasch behandelt, ist die Sterblichkeitsrate unter 2%. Die Behandlung besteht aus einer effizienten Antibiotikatherapie. Es liegt zurzeit keine Impfung vor.

Gewisse Vorkehrungen ermöglichen es, die Infektionsrisiken effizient zu reduzieren:

  • Tragen von Handschuhen: kein Abortmaterial (Foetus, Plazenta) ohne Handschuhe anfassen.
  • Desinfektion: alles, was mit Abortmaterial oder Vaginalflüssigkeit in Kontakt war, sollte desinfiziert werden.
  • Händewaschen: sich die Hände waschen nach Kontakt mit einem Hund.
  • Vorsicht: den Kontakt zu umherirrenden Hunden vermeiden.

Bibliographie

Ettinger, S. J., & Feldman, E. C. (2010). Veterinary Internal Medicine (7. Edition). Saunders Elsevier.

Lucero, N. E., Corazza, R., Almuzara, M. N., Reynes, E., Escobar, G. I., Boeri, E., & Ayala, S. M. (2010). Human Brucella canis outbreak linked to infection in dogs. Epidemiology and Infection, 138(2), 280–285. http://doi.org/10.1017/S0950268809990525

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World Health Organization, & Corbel, D. M. (2006). Brucellosis in humans and animals. Health Education.

Die Dermatophytose ist eine infektiöse Krankheit, welche durch Pilze – der Gattungen Microsporum, Trichophyton und Epidermophyton – verursacht wird. Die Pilze ernähren sich von Keratin, einem Eiweiss, welches in der Haut, den Haaren und den Nägeln bei Menschen, sowie in der Haut, dem Fell und den Krallen bei Tieren vorhanden ist. Man schätzt, dass 10 bis 30% der Dermatophytosen beim Menschen in Stadtgebieten eine tierische Ursache haben.

Es handelt sich um eine der häufigsten bei Hunden und Katzen beobachteten zoonotischen Infektionen. Sie kann ebenfalls andere Tierspezies befallen, wie zum Beispiel das Meerschweinchen. Diese Pilze sind weltweit vorhanden, besonders in warmen und feuchten Regionen. Die Übertragung findet im Allgemeinen durch einfachen Kontakt mit einem infizierten Tier statt, seltener geschieht sie indirekt durch kontaminierte Gegenstände oder Flächen.

Die Symptome werden am häufigsten bei Jungtieren beobachtet. Die Tiere zeigen runde haarlose Areale auf der Haut mit krustigen, schuppigen, roten Bereichen. Die betroffenen Stellen können ebenfalls Juckreiz erzeugen. Adulte Tiere, insbesondere langhaarige Katzen, zeigen nicht unbedingt Symptome und stellen daher eine schwer identifizierbare Ansteckungsquelle dar.

Die Diagnose stützt sich auf die Symptome, eine mikroskopische Untersuchung einer Haut- oder Haarprobe, ein Antigennachweis sowie eine Pilzkultur. Gewisse Microsporum geben sich ebenfalls unter ultraviolettem Licht zu erkennen. In den meisten Fällen genügt das Immunsystem des Tieres, um die Krankheit zu besiegen; man redet von einer selbstlimitierenden Krankheit. Eine Behandlung erweist sich trotzdem als angebracht, um die Heilung zu beschleunigen und um das Ausbreitungsrisiko zu begrenzen.